Dupuytrensche Kontraktur
Bei der als Dupuytrensche Kontraktur bezeichneten Erkrankung (synonymer Begriff: Palmarfibromatose) handelt es sich um anfangs knotige oder flächenhafte Veränderungen im hohlhandseitigen Bindegewebe, mit der Tendenz in späteren Stadien derbe Kontrakturstränge bis in die Finger hinein auszubilden.
Bevorzugt tritt die Erkrankung in der durch kräftige längs- und querverlaufende Faserzüge aufgebauten Palmaraponeurose auf, am häufigsten über dem 4. und 5. Mittelhandstrahl. Man unterscheidet 4
Stadien:
Stadium I: Hauteinziehungen und Knötchenbildungen, isolierte Strangbildungen im Hohlhandbereich ohne Streckbehinderung.
Stadium II: Beugekontraktur im Grundgelenk.
Stadium III: Beugekontrakturen im Grund- und Mittelgelenk.
Stadium IV: Beugekontrakturen im grund- und Mittelgelenk sowie Überstreckhaltung im Endgelenk.
Eine eindeutig auslösende Ursache dieses Krankheitsbildes ist auch heute, mehr als 150 Jahre, nachdem Dupuytren erkannt hat, dass es sich um eine Erkrankung der Hohlhandfaszie und nicht um eine Schrumpfung der Beugesehnen handelt, unbekannt. Auffallend ist jedoch das gehäufte familiäre Auftreten in mehreren Generationen, Männer sind ca. 6 x häufiger betroffen als Frauen, die meisten Patienten sind über 50 Jahre alt.
Die einzig erfolgversprechende Therapie besteht in der operativen Behandlung mit einer partiellen oder auch totalen Entfernung der Palmaraponeurose. Die Indikation zur Operation ist bei
ausgedehnter Hohlhandbeteiligung und bei beginnenden Funktionseinbußen, also ab dem Stadium II, gegeben. Im Stadium I sollte nur dann operiert werden, wenn die Knoten sehr derb und druckschmerzhaft
sind, wenn also die Gebrauchsfähigkeit der Hand beeinträchtigt ist. Da die Operation in Regionalanästhesie ausgeführt werden kann, besteht vonseiten des Allgemeinzustandes auch bei älteren Patienten
selten eine Kontraindikation.
Bei der Operation wird meist eine kleine Saugdrainage eingelegt und danach ein gepolsterter Druckverband angelegt, auf eine Schienenbehandlung kann meist verzichtet werden. Je nach Ausmaß des
Krankheitsbildes und der Operation wird nach Abschluss der Wundheilung (2 Wochen) noch eine Physiotherapie erforderlich sein.
Dr. med. Axel Buchmüller
Chirurgische und Orthopädische Praxis
