Kniescheibenverrenkung-Patellaluxation


Unter einer Patellaluxation versteht man eine meist nach außen gerichtete Verrenkung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager. Ursächlich sind meist angeborene Veränderungen bezüglich der Form von Kniescheibe und Gleitlager in Verbindung mit einem Ungleichgewicht der Weichteilstabilisatoren. Rein unfallbedingte Verrenkungen bei regelrechten anatomisch-funktionellen Verhältnissen sind selten.

Von einer Erstluxation sind meist weibliche Personen im 2. Lebensjahrzehnt betroffen. Beidseitige Patellaluxationen treten in dieser Gruppe gehäuft auf. Etwa 20% aller Patienten mit Knieschmerzen leiden unter einer teilweisen Verrenkung (Subluxation) der Kniescheibe. Von diesen luxiert bei jedem 10. Patienten die Kniescheibe tatsächlich. Wiederholt auftretende Verrenkungen werden aufgrund des veränderten Aktivitätsniveaus mit zunehmendem Lebensalter seltener. Je jünger ein Patient bei der Erstluxation ist, umso eher muss mit wiederholt auftretenden Verrenkungen gerechnet werden.

Die Ursachen für Patellaluxationen sind vielfältig, meist liegen Formveränderungen vor, sowohl der Kniescheibe selbst mit nicht vollständig ausgebildeten Facetten als auch abgeflachte Veränderungen der Gleitrinne, in der sich die Kniescheibe bei der Bewegung des Kniegelenks bewegt. Weiterhin kann eine nicht korrekte Position der Kniescheibe eine Rolle spielen, wie eine Hochposition, sowie auch Abweichungen der Beinachse, im Sinne eine X-Beinstellung.

Die Diagnose ist aus der Vorgeschichte, der ausführlichen Untersuchung des Kniegelenks und entsprechender Röntgenaufnahmen leicht zu stellen.

Die Behandlung ist, im Gegensatz zu früher, überwiegend operativ, da nach konservativer Behandlung hohe Reluxationsraten von bis zu 40% vorkommen und mehr noch wegen des später in bis zu 50% der Fälle auftretenden vorderen Knieschmerzes in Verbindung mit Einschränkungen der sportlichen Aktivität die primäre operative Stabilisierung empfohlen wird.

Bei der Nachbehandlung nach operativer Versorgung werden Knieorthesen eingesetzt, welche die Beweglichkeit bei der Beugung einschränken. Außerdem erfolgt Krankengymnastik und häufig auch Elektrotherapie zum Muskelaufbau.