Das primäre Raynaud-Syndrom

In den Wintermonaten und besonders bei sehr tiefen Temperaturen tritt bei vielen Personen eine besondere Art von Minderdurchblutung an den Händen, Füßen oder auch Nase und Ohren in Erscheinung. Es werden zum Beispiel die Finger einer oder beider Hände weiß. Die Durchblutung ist gestört. Normalerweise versucht der Körper bei einer Kälteexposition den Wärmeverlust gering zu halten, indem vermehrt Blut von oberflächlichen Hautgefäßen in tiefere Gefäße geleitet wird. Ist dieser Mechanismus durch einen Gefäßspasmus eingeschränkt, dann kann es sich um ein sog. primäres Raynaud-Syndrom handeln. Von einen primären Raynaud-Syndrom sprechen wir, wenn die Symptome ohne erkennbare Grunderkrankungen auftreten. Das sekundäre Raynaud-Syndrom tritt als Begleiterkrankung bei verschiedenen Grunderkrankungen auf, z.B. bei einer arteriellen Verschlusskrankheit.
Die Erkrankung ist nach ihrem Entdecker, dem französischen Arzt Maurice Raynaud (1834-1881) benannt.
Frauen sind 10x häufiger betroffen als Männer. Das primäre Raynaud-Syndrom betrifft häufiger Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Bei Männern findet sich häufiger das Raynaud-Phänomen. Dieses kann auch einseitig vorkommen und häufig nur die Finger betrffen. Die Hand wird weiß, es entsteht Taubheitsgefühl. Bei nachlassendem Kältereiz strömt vermehrt Blut zurück, die normale Hautfarbe stellt sich nach 10 bis 20 Minuten wieder ein. Im Normalfall ist das primäre Raynaud-Syndrom harmlos und bedarf in der Regel keiner Therapie. Betroffene sollten jedoch strikte Nikotinkarenz und die Vermeidung von Kälteexposition beachten.