Schnappender Finger, schnellender Daumen

 

Ein schnappender Finger (schnellender Daumen) wird meist als sehr störend empfunden, da die normale Greiffunktion der Hand erheblich behindert ist. Die Beeinträchtigung in der normalen Fingerfunktion wird hervorgerufen durch eine Einengung der Beugesehnenscheide in Höhe der Fingergrundgelenke in der Handfläche. Hier besteht dann eine druckschmerzhafte Verdickung des sog. A1-Ringbandes. Ein Schnapp-Phänomen ist meist ein Spätsymptom: Wochen oder Monate vorher bestehen oft schon Schmerzen bei der Bewegung eines Fingers mit Ausstrahlung bis in den Unterarm. Die Diagnose ist klinisch einfach zu stellen. Ergänzend werden Röntgenaufnahmen angefertigt.

Die häufigste Behandlung besteht in einem kleinen operativen Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mit einer Spaltung des Ringbandes über der Beugesehne. Eine kleine Probeentnahme vom Schnittrand wird zur histologischen Untersuchung eingeschickt. Danach wird die freie Gleitfähigkeit der Sehne überprüft und die Hautwunde mit Nähten wieder verschlossen. Eine Schienenbehandlung ist auf keinen Fall erforderlich. Nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10-14 Tage) werden die Fäden entfernt, krankengymnastische Übungsbehandlung wird nur selten notwendig. Grundsätzlich sollte nach handchirurgischen Eingriffen die Extremität hoch gelagert werden, um ein übermäßiges Anschwellen zu verhindern.

Mit einer kleinen, in der Hand des Geübten, einfachen Operation ist eine sofortige Beseitigung des Hindernisses in der Bewegung der Beugesehnen erreicht und der Pat. in kurzer Zeit beschwerdefrei.